Automatisierung ersetzt manuelle Strahlprozesse und steigert die Produktionseffizienz
Maximale Effizienz in allen Bereichen lautete das Ziel. DafĂŒr investierte ein deutscher Hersteller von Antriebs- und Manövriersystemen sowie kompletten Steueranlagen fĂŒr Schiffe und Offshore-Anwendungen unter anderem in die Rollenbahn-Strahlanlage RRB 22/5 von Rösler. Die optimal in den Fertigungsablauf integrierte Anlage ermöglicht die teilautomatisierte Bearbeitung unterschiedlicher Brennschneidteile und Stahlbleche. Sie ersetzt damit gröĂtenteils das bisher durchgefĂŒhrte manuelle Strahlen.
Es war die bahnbrechende Erfindung des rundum steuerbaren Ruderpropellers 1950, auf der die beeindruckende Erfolgsgeschichte der SCHOTTEL GmbH basiert. Die Innovation machte das 1921 gegrĂŒndete Unternehmen schnell zu einem weltweit gefragten Entwickler und Hersteller von Schiffsantrieben. Mit neun Baureihen, die einen Leistungsbereich von 50 bis 30.000 kW abdecken, wird heute das gröĂte Portfolio an Antriebs- und Steuerungssystemen fĂŒr Schiffe und Offshore-Anwendungen aller Art und GröĂe angeboten. Hinzu kommen umfassende Marine Services: intelligente Lösungen fĂŒr Fernzugriff, Datenerhebung, Datenauswertung, ZustandsĂŒberwachung und vorausschauende Wartung. Produziert wird an den deutschen Standorten in Dörth und Wismar. Dabei sorgt die Kombination von langjĂ€hriger Propulsionserfahrung mit leistungsstarker Hard- und Software sowie aktuellen wissenschaftlichen Erkenntnissen dafĂŒr, dass alle Produkte dem neuesten Stand der Technik und einem hohen QualitĂ€tsniveau entsprechen.
Effizienzsteigerung durch Automatisierung, Flexibilisierung und Sicherstellung einer höheren VerfĂŒgbarkeit
DafĂŒr wird auch in der Fertigung kontinuierlich investiert. So wurden in der SchweiĂerei im Werk Dörth die FertigungsablĂ€ufe durch die Integration einer Blechlinie effizienter und leistungsfĂ€higer gestaltet. Dies beinhaltete die Integration eines Blechtafelautomatiklagers und einer Plasma- / Autogenbrennschneidanlage sowie die Umstellung des Strahlprozesses von Kabinenstrahlen auf Durchlaufstrahlen. Um sowohl den Personalaufwand als auch die Intralogistik zu minimieren, wurde die neue Rollenbahn-Strahlanlage unmittelbar hinter die Brennschneidanlage â in Linie â platziert. Zu den wesentlichen Bearbeitungsvorgaben zĂ€hlte, dass die gestrahlten OberflĂ€chen eine Rautiefe von mindestens Rz 70 ”m aufweisen. Diese muss erzielt werden, um bei der nachfolgenden Lackierung eine fĂŒr maritime Anwendungen erforderliche Haftfestigkeit des Lackes sicherzustellen. SCHOTTEL setzte deshalb beim Kabinenstrahlen ein kantiges, abrasives Strahlmittel ein, um die geforderte QualitĂ€t sicherzustellen. DarĂŒber hinaus sollte die neue Strahlanlage die Bearbeitung von Teilen mit sehr unterschiedlichen Abmessungen ermöglichen und eine hohe VerfĂŒgbarkeit gewĂ€hrleisten.
Durchdachtes Anlagenkonzept mit hoher LeistungsfÀhigkeit und FlexibilitÀt
Auf der Suche nach einem passenden Strahlanlagenhersteller kontaktierte Frank Steinert, Fertigungsleiter bei SCHOTTEL, unter anderem die Rösler OberflĂ€chentechnik GmbH. Der Untermerzbacher Anlagenbauer konzipierte auf Basis der Standard-Rollenbahnanlage RRB 22/5 eine an die Anforderungen des Kunden adaptierte Lösung inklusive Sonderlackierung. Es lassen sich damit bis zu fĂŒnf Meter lange, bis zu zwei Meter breite und maximal 500 mm hohe Stahlplatten bearbeiten. Gleichzeitig bietet der Rollengang mit einer Rollenteilung von 400 mm die Möglichkeit, Einzelteile mit einer MindestlĂ€nge von 1.500 mm zu strahlen. Mit dem Einsatz eines zusĂ€tzlichen Transportgestelles können auch massive Teile kleiner 1.500 mm bearbeitet werden.
Dadurch kann ein groĂer Anteil der bei SCHOTTEL im Endprodukt verbauten Brennteile wesentlich effizienter gefertigt werden. Das jeweilige in der Anlagensteuerung hinterlegte Strahlprogramm wĂ€hlt der Anlagenbediener komfortabel am Touchpanel aus.
Die Anlage besteht serienmĂ€Ăig aus acht Millimeter starkem Manganstahl, zusĂ€tzlich befinden sich im Strahlraum auswechselbare, ĂŒberlappend angeordnete Platten aus dem verschleiĂfesten Material. Sechs Hochleistungsturbinen Gamma 400G mit jeweils 15 kW Antriebsleistung sorgen fĂŒr gleichbleibend gute Strahlergebnisse â jeweils drei strahlen von oben und unten auf die Teile. Sie verfĂŒgen ĂŒber Wurfschaufeln im Y-Design und erzielen im Vergleich zu herkömmlichen Turbinen eine bis zu 20 Prozent höhere Strahlleistung und das bei gleichzeitig reduziertem Energieverbrauch. DarĂŒber hinaus lassen sich die Y-förmigen Wurfschaufeln von beiden Seiten nutzen, was die Standzeit mindestens verdoppelt. Der Wechsel kann mittels Schnellwechselsystem einfach und bei eingebauter Turbine erfolgen. Ein weiteres Plus ist die auf dem Dach der Anlage platzierte Filtereinheit, die dadurch keine zusĂ€tzliche StellflĂ€che erfordert. âDas Anlagen- und Ausstattungskonzept hat uns zugesagt. Vor der definitiven Entscheidung wollten wir aber noch wissen, ob unsere Anforderungen auch erfĂŒllt werdenâ, berichtet Frank Steinert.
Strahlversuche unter realen Produktionsbedingungen
Entsprechend erfolgten Strahlversuche mit verschiedenen Teilen von SCHOTTEL. In diesem Fall wurden sie nicht im Customer Experience Center von Rösler, sondern konnten bei einem Kunden von Rösler durchgefĂŒhrt werden, der eine nahezu baugleiche Anlage mit identischer Turbinenausstattung seit rund drei Jahren einsetzt. Die Versuche belegten nicht nur, dass das geforderte Strahlergebnis zuverlĂ€ssig erreicht wird â sondern auch mit einem anlagenschonenden, runden Strahlkorn. Die beim Referenzkunden gestrahlten Teile wurden messtechnisch bewertet. âUm auf der sicheren Seite zu sein, haben wir die Versuchsteile intern noch Lackanhaftungs- und SalzsprĂŒhtests unterzogenâ, ergĂ€nzt der Fertigungsleiter. Ausschlaggebend bei der Entscheidung fĂŒr die RRB 22/5 waren auch die offenen GesprĂ€che, die Frank Steinert mit dem Referenzkunden hinsichtlich Betriebskosten, VerschleiĂverhalten und WartungshĂ€ufigkeit fĂŒhren konnte. âDie Ergebnisse der Strahlversuche und die Erfahrungen des Referenzkunden haben uns dann vollends ĂŒberzeugt, dass die RRB 22/5 die richtige Lösung fĂŒr uns ist und unsere QualitĂ€tsansprĂŒche erfĂŒlltâ, erklĂ€rt Frank Steinert.
Optimale Integration fĂŒr einfachere und komfortablere Wartung
Als Vorteil erwies sich auch die frĂŒhe Einbindung des Anlagenbauers in die Planung bei SCHOTTEL. Es standen dadurch bereits frĂŒhzeitig Informationen und Layouts zur VerfĂŒgung, welche GröĂenverhĂ€ltnisse fĂŒr die Anlage zu berĂŒcksichtigen sind und wie sie optimal in die Halle eingeplant werden kann. Daraus resultierte, dass das Fundament fĂŒr die Strahlanlage nicht nur einfacher erstellt werden konnte, sondern dem Instandhaltungspersonal auch mehr Platz und damit Komfort bietet.