Federal Mogul Burscheid GmbH (Mitglied der TENNECO Gruppe) setzt auf Strahltechnik aus dem Hause Rösler.

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Effektive Reinigung optimiert die TeilequalitÀt und ProduktivitÀt

Im Entstehungsprozess eines Gussteils fallen einige Nebenprodukte an.  Zerkleinerte Anschnitte oder Speiser werden als Kreislaufmaterial in den Gussprozess zurĂŒckgefĂŒhrt. Um eine gleichbleibend hohe QualitĂ€t des Rohstoffes zu gewĂ€hrleisten, ist die   Sauberkeit dieses Kreislaufmaterials von entscheidender Bedeutung. Bei einem renommierten Automobilzulieferer werden die zerkleinerten Anschnitte und Speiser deshalb vor dem erneuten Einschmelzen als SchĂŒttgut in einer Trommelstrahlanlage, dem Rösler Multi-Tumbler, gestrahlt. Dieser Reinigungsprozess birgt viele Vorteile. Neben dem ressourcenschonenden Rohstoffeinsatz erhöht die effektive Reinigung der Nebenprodukte deutlich die VerfĂŒgbarkeit der Schmelzöfen, da wesentlich weniger Schlacken entstehen.

Es sind einerseits Teile fĂŒr die ErstausrĂŒstung von Pkw, Lkw, Nutzfahrzeugen sowie fĂŒr Anwendungen in den Bereichen Landwirtschaft, Schienenverkehr und Luftfahrt, die Federal Mogul Burscheid GmbH fĂŒr seine Kunden weltweit fertigt. Andererseits beliefert das weltweit agierende Unternehmen OE-Hersteller in diesen Bereichen und anderen Industrieanwendungen mit Premium-Produkten fĂŒr Wartung und Service. Dazu zĂ€hlen beispielsweise im Stahl-, SphĂ€ro- und Grauguss gefertigte Komponenten.

Deutlich höhere Sauberkeit des Kreislaufmaterials
Das Gießen der unterschiedlichen WerkstĂŒcke erfolgt unter anderem in einem Werk am deutschen Standort Burscheid. FĂŒr eine hohe Ressourceneffizienz werden die GießkanĂ€le und Speiser an den Ausleerstationen des Formbetriebes abgetrennt und dem Gießprozess wieder zugefĂŒhrt. Vor dem erneuten Einschmelzen mĂŒssen Verunreinigungen, wie Sand und Zunder, vom Kreislaufmaterial bestmöglich entfernt werden. DafĂŒr setzt Federal Mogul in der Gießerei Burscheid auf die Trommelstrahlanlage RMT 70-F von Rösler. Ausschlaggebend fĂŒr die Investition in die Strahlanlage war eine deutlich höhere Sauberkeit des Kreislaufmaterials.

Durchdachtes Anlagenkonzept in spezieller Gießerei-AusfĂŒhrung
Dass die Wahl fĂŒr die Bearbeitung des Kreislaufmaterials auf den Multi-Tumbler von Rösler fiel, liegt an dessen konkurrenzloser Strahltrommel-Geometrie. Sie zeichnet sich durch den als dreiseitige Pyramide gestalteten Trommelboden und durch die mit speziell geformten Rippen versehene Innenwand aus. Letztere sorgen fĂŒr eine seitliche Durchmischung des Strahlguts, wĂ€hrend der pyramidenförmige Boden zu einem effektiven Austausch zwischen oberen und unteren Lagen fĂŒhrt.
Überzeugt hat die Strahlanlage darĂŒber hinaus durch ihre, speziell fĂŒr den Gießereibereich auslegte, widerstandsfĂ€hige AusfĂŒhrung. Dazu zĂ€hlt die robuste Schweißkonstruktion aus zehn Millimeter Stahl ebenso wie die aus zehn Millimeter dickem, hochverschleißfestem Mangan-Hartstahl gefertigte Strahltrommel. Ein weiteres Merkmal der Gießerei-AusfĂŒhrung ist der Hitzeschutz. Fördergurte, Kunststoffe und elektronische Komponenten sind wĂ€rmebestĂ€ndiger ausgelegt und ermöglichen einen kontinuierlichen Betrieb ohne Wartezeiten fĂŒr ein AbkĂŒhlen des Strahlguts. Die eingebrachte WĂ€rme wird mit einer LĂŒftung aus der Strahltrommel transportiert. Abgerundet wird das Strahlanlagenkonzept durch eine großzĂŒgige InspektionsbĂŒhne, begehbar ĂŒber einzelnen Treppen und eine Lasttraverse mit Laufkatze. Letzteres besteht aus einem elektrischen Hubzug und einem manuellen Querzug fĂŒr die schnelle und einfache Montage/Demontage der Turbine und Strahltrommel. Beides unterstreicht die Wartungsfreundlichkeit des Rösler Multi-Tumblers und steigert die AnlagenverfĂŒgbarkeit.

Lange Standzeit und hohe Wirtschaftlichkeit durch Spezialturbine

Speziell fĂŒr den anspruchsvollen Betrieb in Gießereien wurde die Turbine Gamma 400-8G konzipiert. Im Gegensatz zu den klassischen Gamma-Hochleistungsturbinen, die mit sechs Wurfschaufeln ausgestattet sind, verfĂŒgt sie ĂŒber acht Wurfschaufeln und eine Auskleidung aus solidem Werkzeugstahl. Diese Spezialkonstruktion verringert den Verschleiß an den Wurfschaufeln um bis zu 25 Prozent. Der verringerte Wartungsaufwand trĂ€gt zu einer höheren ProduktivitĂ€t und Wirtschaftlichkeit bei. Wie bei allen Gamma-Hochleistungsturbinen von Rösler sind die Wurfschaufeln im „Y“-Design gestaltet. Sie erzielen im Vergleich zu herkömmlichen Turbinen eine bis zu 20 Prozent höhere Strahlleistung, bei geringerem Energieverbrauch. Außerdem können die Wurfschaufeln gedreht und von beiden Seiten genutzt werden. Der Wechsel kann mittels Haltebolzensystem einfach und bei eingebauter Turbine erfolgen.

Vollautomatisches Strahlen im verketteten Betrieb
Das Kreislaufmaterial wird von den Ausleerstationen ĂŒber ein Förderband der Strahlanlage zugefĂŒhrt. Auf diesem Weg durchlĂ€uft es zunĂ€chst eine sogenannte PrallmĂŒhle der Firma LuT Metalltechnik GmbH, die die Anschnitte und Speiser in Gussbruch zerkleinert. Weiter geht es in die automatische, mit einer Wiegeeinheit ausgestattete Beladeeinrichtung des Rösler Multi-Tumblers. Ist das voreingestellte Gewicht erreicht – maximal 1,8 Tonnen, stoppt die ZufĂŒhrung wĂ€hrend die Strahltrommel beladen wird und fĂ€hrt danach wieder in ihre Ausgangsposition. Alternativ kann die Beladeeinrichtung ĂŒber 3 unterschiedliche BehĂ€ltertypen beschickt werden (Doppelbeschicker).
FĂŒr den Prozess wird die Trommel mit einem Deckel hermetisch verschlossen, so gelangt kein Strahlmittel in die Umgebung. WĂ€hrend die Trommel mit bis zu 10 U/min rotiert, strahlt die Turbine mit einer Antriebsleistung von 45 kW bis zu 560 kg Strahlmittel pro Minute auf die GussstĂŒcke. Die Drehzahl des Trommel- und des Turbinenantriebs lĂ€sst sich ĂŒber Frequenzumrichter stufenlos regeln. Der an die Charge angepasste Strahlmitteldurchsatz bewirkt in Kombination mit der Mehrfachbewegung des Strahlguts, dass alle BruchstĂŒcke des Kreislaufmaterials zuverlĂ€ssig sowie gleichmĂ€ĂŸig vom Strahlmittel erfasst und Verunreinigungen zuverlĂ€ssig entfernt werden. Die abgereinigten Verschmutzungen werden in der Trommel kontinuierlich abgesaugt und durch einen Filter abgeschieden. Gleichzeitig fließt das Strahlmittel durch angepasste SiebeinsĂ€tze aus der Trommel ab. Die Bearbeitungszeit liegt je nach GrĂ¶ĂŸe und Dichte der Charge bei maximal zehn Minuten. Danach neigt sich die Trommel in die Entladeposition. Das Kreislaufmaterial gelangt zunĂ€chst auf eine Vibrationsrinne, ĂŒber die es zu bereitstehenden BehĂ€ltern transportiert wird.
Der Strahlprozess trĂ€gt einerseits zu einer verbesserten QualitĂ€t der Endprodukte bei. Andererseits bilden sich durch den signifikant reduzierten Restschmutzanteil weniger Schlacke in den Schmelzöfen, sodass der Verschleiß der Feuerfestausmauerung, sowie der Energieverbrauch reduziert wird und diese weniger intensiv gereinigt werden mĂŒssen. Dies erhöht die VerfĂŒgbarkeit der Öfen und die ProduktivitĂ€t der Gießerei.