Französischer Nutzfahrzeughersteller vertraut auf Rösler-Kompetenz im Reinigungsstrahlen
Die französische SEMAT SA ist eine Tochtergesellschaft der Deutschen Zoeller-Gruppe und spezialisiert auf die Entwicklung, Herstellung, Verkauf und Wartung von Nutzfahrzeugen für die Abfallwirtschaft, insbesondere Müllfahrzeuge und Reinigungsfahrzeuge. Hauptsitz des 1945 gegründeten Unternehmens ist in La Rochelle. Am dortigen Standort hat das Unternehmen kürzlich in eine neue Produktionshalle mit komplett neuer Technik investiert. Zentrales Element ist eine getaktete Hängebahn-Durchlaufstrahlanlage RHBD-T von Rösler.
In der neuen Produktionshalle in La Rochelle werden Container zusammengeschweißt und anschließend für das Lackieren vorbereitet. Diese Vorbereitung umfasst das Entfernen von Zunder aus dem Vorprozess und teilweise auch von Rost, es handelt sich also um klassisches Reinigungsstrahlen, eine der Standardaufgaben im Bereich der Strahltechnik. Die besondere Herausforderung lag im Fall von SEMAT allerdings in der enormen Größe der zu bearbeitenden Teilen. Es handelt sich um komplett zusammengeschweißte Container für Müllfahrzeuge, die bis zu 6.500 mm hoch sein und einen Durchmesser von bis zu 4.000 mm haben können. „Es lagen zunächst mehrere Optionen auf dem Tisch“, erklärt Ronny Paasche, Global Sales Expert bei Rösler. „Aber schnell kristallisierte sich die Hängebahn-Durchlaufstrahlanlage als Favorit heraus, denn sie gibt unserem Kunden die Möglichkeit, seine Großteile schnell, effizient und dabei energiesparend zu strahlen. Gleichzeitig nimmt sie durch das Prinzip des vertikalen Strahlens deutlich weniger Platz ein als etwa eine klassische kontinuierliche Durchlaufanlage.“ Vertikal bedeutet in diesem Fall, dass das Werkstück hochkant in die Anlage gefahren und dort allumfassend gestrahlt wird.
Doch nicht nur die kompakte Anlagenausführung überzeugte SEMAT davon, bei Rösler zu kaufen. „Was für den Kunden den Unterschied machte, war die Vielzahl an hochentwickelten Features, die bei uns zwar längst zum Standard gehören, im Markt jedoch den Benchmark setzen“, so Ronny Paasche weiter.
Gamma 400G Turbinen für höchste Strahlkraft bei niedrigem Energieverbrauch
Rost und Zunder können je nach Ausprägungsgrad eine hohe Härte aufweisen und eine hohe Durchschlagskraft des Strahlmittels erfordern. Dafür, dass der Prozess dennoch möglichst energieeffizient abläuft, sorgen die neun Gamma 400G-Turbinen, die einseitig in der Hängebahnanlage RHBD-T angebracht sind. Diese strahlen das Werkstück, welches während des Bearbeitungsprozesses an einem Gehänge befestigt ist und permanent gedreht und oszilliert wird, kraftvoll sowie allseitig. Dank ihrer besonders effektiven Bauweise kommen die Gamma-Turbinen mit einem vergleichsweise niedrigen Energieverbrauch von 11 kW aus, erreichen aber durch die extrem hohe Abwurfgeschwindigkeit des Strahlmittels dennoch einen optimalen Wirkungsgrad. Nach einer Bearbeitungszeit von ca. 10-15 Minuten kommen die Container sauber gestrahlt und mit einem Rauheitswert von 2,5 SA aus der Anlage – bereit für den Weitertransport zum Lackieren. Über eine manuelle Steuerung können bis zu 30 verschiedene Bearbeitungsprogramme ausgewählt werden. Strahlzeit und Strahlintensität können so ganz individuell den spezifischen Herausforderungen des jeweiligen Bauteils angepasst werden. Das Ergebnis ist jederzeit reproduzierbar, auch wenn die Bauteile nicht immer den gleichen Ausgangszustand haben.
Optimale Strahlmittelaufbereitung als Schlüssel zu Wirtschaftlichkeit und Nachhaltigkeit
Wer eine Strahlanlage wirtschaftlich und nachhaltig betreiben möchte, sollte auch immer die Themen Strahlmittelaufbereitung und Strahlmittelrückgewinnung im Blick haben. Das Herzstück der Strahlmittelaufbereitung ist der Kaskadenwindsichter, der in Rösler-Anlagen deutlich breiter ausgeführt ist als in Vergleichsanlagen der Mitbewerber, und so eine viel gründlichere Strahlmittelreinigung erlaubt. „Der dünne Strahlmittelvorhang, der durch die extra breite Windsichtung generiert wird, ermöglicht, dass Verunreinigungen zuverlässig aus dem Strahlmittel entfernt werden“, erklärt Global Sales Expert Ronny Paasche. „Wir haben dadurch weniger Verschleiß, weil Fremdpartikel nicht erneut in den Strahlmittelkreislauf gelangen, wo sie Schäden an den Wurfschaufeln, der Verkleidung der Strahlkabine und den Werkstücken selbst anrichten können. Besonders Zunder kann wie Schleifpapier wirken und muss unbedingt entfernt werden.“ Auch die Aussiebung des Unterkorns funktioniert dank der breiten Kaskadenwindsichtung besser. Das führt zu einem geringeren Strahlmittelverbrauch, weil dieses durch die optimierte Sichtung auch besser klassifiziert werden kann. Besonders praktisch im Fall der SEMAT-Anlage, bei der sich der Windsichter in rund 10 Metern Höhe befindet, ist ein Klappsieb, das Fremdkörper wie Schrauben oder Flittergrade aus dem Strahlmittelkreislauf entfernt und welches automatisch zeitgesteuert entleert wird.
Darüber hinaus sorgen an der SEMAT-Anlage zahlreiche weitere Details dafür, dass das Strahlgut möglichst zielgerichtet eingesetzt werden kann. Dazu zählen auch ein Strahlmittelrückführbehälter, der im Auslaufbereich der Anlage eingelassen und mit einem Gitter bedeckt ist. Dieses gewährleistet, dass der Mitarbeiter das bearbeitete Werkstück sicher, also ohne die Gefahr des Ausrutschens auf dem Strahlmittel, und nachhaltig von überschüssigen Strahlmittel befreien kann. Das überschüssige Strahlmittel wird gesammelt und über eine Förderschnecke wieder in die Anlage zurückgeführt und gelangt so wieder in den Strahlmittelkreislauf.
Effiziente Staubabscheidung für maximale Standzeiten
Ein weiterer zentraler Aspekt für den wirtschaftlichen Betrieb einer Strahlanlage ist die effiziente Staubabscheidung. In der SEMAT-Anlage wird der Luftstrom zunächst in eine Expansionskammer geleitet, wo ein Prallblech größere Partikel abscheidet – Partikel also, die für den Strahlprozess zu klein, für den Filter jedoch zu groß sind. Nur die feinsten Partikel gelangen in den Filter, was dessen Lebensdauer sowie die Standzeit der Patronen deutlich erhöht.
Die Auslegung der Absaugleistung erfolgt dabei auf Basis von computersimulierten Luftströmungen, die bei Rösler zum Standard gehören. Ziel ist, nach der Windsichtung ein vollständig staubfreies Strahlmittel zum nächsten Strahlprozess zu haben. Berührt man ein Werkstück nach dem Strahlen, sollte kein Staubfilm zu sehen sein, sodass für den nachfolgenden Lackierprozess eine optimale Oberfläche zur Verfügung steht.
Sicher, robust, wartungsfreundlich: SEMAT-Anlage überzeugt auf ganzer Linie
Das Strahlen großer Schweißkomponenten wie bei SEMAT ist in vielen Betrieben noch immer Handarbeit. Allerdings setzt in der Branche langsam ein Umdenken ein und die großen Freistellhäuser, in denen mit Druckluft und unter hohem Energieaufwand manuell gestrahlt wurde, werden nach und nach ersetzt. Die Vorteile der Hängebahn-Strahlanlage im Vergleich zum manuellen Prozess liegen klar auf der Hand: Die Bearbeitungszeit liegt beim manuellen Strahlen von Großkomponenten um ein Vielfaches höher. Personal für diese schwere Arbeit ist kaum mehr zu finden, gleichzeitig ist der Verbrauch von Druckluft / Energie sehr hoch. Die automatisierte Anlage arbeitet somit wesentlich schneller, wirtschaftlicher und das Ergebnis ist immer gleich.
„Kürzlich haben wir eine ähnliche Anlage an einen weiteren Kunden ausgeliefert und dabei die Erkenntnisse aus unserem erfolgreichen SEMAT-Projekt optimal nutzen können. Schön zu sehen, dass unsere Innovationen direkt in neue Aufträge einfließen“, freut sich Ronny Paasche von Rösler.