Innovative Verfahrensmittel f√ľr die Gleitschlifftechnik

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Bearbeitungsqualit√§t, Nachhaltigkeit und Effizienz einfach optimieren. Geht es darum, die Qualit√§t von Produkten durch eine bauteilspezifische Oberfl√§chenbearbeitung zu sichern, kommt die Gleitschlifftechnik f√ľr unterschiedlichste Aufgabenstellungen zum Einsatz. Mit konsequenter Forschung und Entwicklung, nicht nur bei der Maschinentechnik sondern auch bei Verfahrensmitteln, setzt die R√∂sler Oberfl√§chentechnik GmbH dabei immer wieder Benchmarks. Drei vor kurzem neu eingef√ľhrte Produkte erm√∂glichen sowohl die Bearbeitungsqualit√§t als auch die Reproduzierbarkeit, Wirtschaftlichkeit und Nachhaltigkeit von Gleitschliffprozessen zu erh√∂hen sowie neue Anwendungen, beispielsweise f√ľr komplexe und sch√∂pfende Werkst√ľcke, zu realisieren.

Vom Entgraten und Kantenverrunden √ľber das Schleifen und Polieren bis zur Herstellung spezifischer Oberfl√§cheneffekte, mit der Gleitschlifftechnik lassen sich sehr unterschiedliche Bearbeitungsaufgaben bei Sch√ľttg√ľtern und Einzelteilen durchf√ľhren. Dabei sind hohe Anforderungen an die Qualit√§t, Prozesssicherheit, R√ľckverfolgbarkeit und Wirtschaftlichkeit zu erf√ľllen. Dar√ľber hinaus r√ľcken Ressourceneffizienz und Nachhaltigkeit ins Zentrum der Ausrichtung von Unternehmen. Und nicht zuletzt erfordern die zunehmende Automatisierung und Digitalisierung von Produktionsprozessen auch in der Gleitschlifftechnik entsprechend angepasste L√∂sungen. Diese Herausforderungen beantwortet die R√∂sler Oberfl√§chentechnik GmbH seit Jahrzehnten mit konsequenter Forschung und Entwicklung sowohl bei der Maschinen-, Prozess- und Automatisierungstechnik als auch bei Verfahrensmitteln, die das Unternehmen ebenfalls selbst produziert. ‚ÄěWir besch√§ftigen uns sehr intensiv mit den Trends und Anforderungen der verschiedenen Branchen und M√§rkte. Diese Erkenntnisse setzen wir in systematischer Entwicklungsarbeit in innovative Produkte um, die unseren Kunden einen sp√ľrbaren Mehrwert bieten und das Anwendungsspektrum der Gleitschlifftechnik erweitern‚Äú, berichtet R√ľdiger B√∂hm, Global Manager R&D bei R√∂sler

MultiShape ‚Äď die einzigartige Form macht bisher Unm√∂gliches m√∂glich
Eine solche Innovation ist der MultiShape-Keramikschleifk√∂rper. Er unterscheidet sich von allen bisher auf dem Markt verf√ľgbaren Schleifk√∂rpern durch seine patentierte Form ohne planparallele Fl√§chen. Das besondere Design wirkt einerseits Verklemmungen entgegen, die insbesondere bei komplex geformten Werkst√ľcken die Bearbeitung beeintr√§chtigen und h√§ufig nur manuell wieder entfernt werden k√∂nnen. Andererseits erm√∂glicht die Form mit allseitig gerundeten Fl√§chen, dass bisher nicht oder nur sehr aufwendig in Gleitschliffverfahren zu bearbeitende Werkst√ľcke prozesssicher und effizient entgratet, kantenverrundet und geschliffen werden k√∂nnen. Dazu z√§hlen Bauteile mit schwer zug√§nglichen Bereichen, beispielsweise Radien, Hinterschneidungen, Einkerbungen und Schlitze, wie sie unter anderem bei Stanz-Biegeteilen zu finden sind. Eine ebenso effektive wie homogene Au√üen- und Innenbearbeitung l√§sst sich mit dem ungew√∂hnlichen Keramikschleifk√∂rper auch bei Rohrabschnitten und Komponenten mit sch√∂pfenden Geometrien wie Geh√§usen und Tiefziehteilen realisieren. Ein im Vergleich zu klassischen Keramikschleifk√∂rpern schnelleres Umw√§lzverhalten, eine h√∂here Bewegungsaktivit√§t und ein optimierter Materialabtrag erm√∂glichen dar√ľber hinaus um bis zu zehn Prozent k√ľrzere Bearbeitungszeiten. Dies leistet einen wichtigen Beitrag zur Erh√∂hung der Produktivit√§t und Wirtschaftlichkeit. Im Einsatz √ľberzeugt der MultiShape au√üerdem durch eine gleichm√§√üige Abnutzung. Diese sehr gute Formbest√§ndigkeit der Schleifk√∂rper erlaubt eine l√§ngere Nutzung, was sich positiv auf die Betriebskosten auswirkt. Die Schleifintensit√§t l√§sst sich durch verschiedene Keramikqualit√§ten an die Anwendung anpassen.

Schaumfrei gleitschleifen ‚Äď prozesssicherer, effizienter und nachhaltiger
Schaumbildung ist eine Begleiterscheinung, die bei Gleitschliffprozessen mit Kunststoffschleifk√∂rpern, auch bei sogenannten schaumreduzierten Varianten, immer wieder auftritt. Problematisch ist der Schaum, da er wie ein Puffer zwischen Bauteilen und Schleifk√∂rpern wirkt und dadurch die Abtrags- beziehungsweise Schleifwirkung vermindert. Dies f√ľhrt zu einer eingeschr√§nkten Prozesssicherheit, das geforderte Ergebnis kann in der definierten Bearbeitungszeit nicht mehr gew√§hrleistet werden. Dar√ľber hinaus legt sich der mit Abrieb und Feinstpartikeln angereicherte Schaum auf den Teilen ab, was zu Verunreinigungen auf den bearbeiteten Werkst√ľcken f√ľhrt. Hinzu kommt, dass Schaum die Aufbereitungsqualit√§t des Prozesswassers verschlechtert, sodass mehr Compound eingesetzt und das Wasser fr√ľher ausgetauscht werden muss. Und nicht zuletzt, verschmutzt aus den Anlagen austretender Schaum das Arbeitsumfeld. Bisher wurde versucht, der Schaumbildung durch Additive entgegenzuwirken. Allerdings mit nur m√§√üigem Erfolg bei zus√§tzlichen Kosten und verringerter Nachhaltigkeit.
Dieses Problem hat die Entwicklungsabteilung von R√∂sler mit einer schaumfrei arbeitenden Rezeptur gel√∂st: der so genannten N-Variante. ‚ÄĚVor der Produkteinf√ľhrung zeigten umfangreiche Feldversuche mit verschiedenen Pilotanwendern, dass die schaumfreien Kunststoffschleifk√∂rper √ľber identische Schleifeigenschaften und -leistungen verf√ľgen wie die bisherigen Varianten‚ÄĚ, erg√§nzt Christian H√∂hn, Abteilungsleitung Technologiemanagement Gleitschlifftechnik bei R√∂sler. Festgestellt wurde in den Versuchen auch, dass der Gleitschliffprozess mit den weiterentwickelten Schleifk√∂rpern deutlich stabiler l√§uft und das geforderte Ergebnis homogen in k√ľrzeren Bearbeitungszeiten erreicht wird. Dieser positive Effekt auf die Wirtschaftlichkeit und Nachhaltigkeit wird durch eine l√§ngere Nutzungsdauer der Schleifk√∂rper und des Prozesswassers sowie einen verringerten Compoundverbrauch weiter erh√∂ht. ‚ÄĚVerschiedene Anwender sind aufgrund der st√∂renden Schaumbildung bisher auf einen Keramikschleifk√∂rper ausgewichen. F√ľr diese Unternehmen ist die schaumfreie Variante eine Alternative, um ihre Prozesse zu optimieren‚ÄĚ, merkt Christian H√∂hn an. In der schaumfreien N-Version sind alle Kunststoffschleifk√∂rper aus dem umfangreichen R√∂sler-Programm erh√§ltlich.

Mit Granulat staubfrei trocknen
Mit der dritten Neuentwicklung des Jahres 2021 l√§sst sich die Staubentwicklung, die bei der Trocknung mit Naturgranulaten wie Maisschrot prozessbedingt entsteht, signifikant eind√§mmen. Das fl√ľssige, leicht zu dosierende Additive Anti-Dust bindet bereits in geringen Mengen den entstehenden Staub. Je nach Betriebsdauer und Werkst√ľcken kann das Additive einfach manuell oder automatisiert nachdosiert werden.
Anti-Dust wird in Kombination mit dem Granulat bei Trocknungsprozessen von Metall- und Kunststoffteilen eingesetzt und gew√§hrleistet ohne Beeintr√§chtigung der Trocknungsleistung fleckenlos trockene Oberfl√§chen. Gleichzeitig werden Staubr√ľckst√§nde an den Werkst√ľcken, im Trockner und dem Umfeld minimiert. Es leistet dadurch einen Beitrag zu einer sauberen, staubarmen Arbeitsumgebung. ‚ÄěIn punkto Umweltvertr√§glichkeit √ľberzeugt Anti-Dust ebenfalls, es ist rein pflanzlichen Ursprungs und lebensmittelecht‚Äú, merkt Rainer Schindhelm, Bereichsleitung Verfahrensmittel-Fertigung bei R√∂sler, an.
Die Performance der Gleitschlifftechnik weiter zu erh√∂hen und gleichzeitig die Nachhaltigkeit zu verbessern sowie CO2-Emissionen zu verringern, steht auch im Mittelpunkt der Neuentwicklungen von R√∂sler f√ľr das Jahr 2022. Daf√ľr befinden sich bereits verschiedene L√∂sungen aus den Bereichen Maschinentechnik und Verfahrensmitteln in der Felderprobung bei Kunden.