Zweichargen-Gleitschlifflösung fĂŒr Nass- und Trockenprozesse

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Hohe FlexibilitĂ€t fĂŒr die effiziente Bearbeitung von Zink-druckgussteilen

Mit einem Gleitschliffsystem unterschiedliche Prozesse automatisiert und kosteneffizient durchfĂŒhren. Diese Anforderung löste Gjuteriteknik, eine auf Zinkdruckgussteile spezialisierte schwedische Gießerei, mit dem Gleitschliffsystem R 420 2-CH von Rösler. Es ermöglicht, zwei Chargen WerkstĂŒcke parallel mit hoher Prozesssicherheit nass oder trocken zu bearbeiten und anschließend zu trocknen.

Es war eine strategische Entscheidung, die Mitte der 1990er Jahre dazu fĂŒhrte, dass sich die 1978 gegrĂŒndete Gießerei Gjuteriteknik AB auf die Herstellung von Bauteilen ausschließlich aus Zinkdruckguss fokussierte. Das im schwedischen VĂ€rnamo ansĂ€ssige Familienunternehmen, das inzwischen in der zweiten Generation von Jonas und Peter Abrahamsson geleitet wird, hat sich in diesem Bereich erfolgreich zum Komplettanbieter entwickelt und fertigt durchschnittlich rund eine Million Teile tĂ€glich. Das Leistungsportfolio erstreckt sich von der Designphase ĂŒber die Produktion und OberflĂ€chenbehandlung bis hin zur Logistik. Mit diesem umfassenden Angebot ist der Zinkdruckguss-Spezialist Gjuteriteknik Partner von Unternehmen beispielsweise aus der Telekommunikation, Elektronik, Automobilbranche sowie der Möbel- und Bauindustrie in Europa, Asien und SĂŒdamerika.

FlexibilitÀt, QualitÀt und Automatisierung als Erfolgsfaktoren
„Zinkdruckguss ist in der Gießereibranche ein relativ kleines Segment. Um hier als schwedisches Unternehmen international erfolgreich zu sein, mĂŒssen wir nicht nur flexibel auf die Anforderungen und WĂŒnsche unserer Kunden reagieren, sondern auch sehr wirtschaftlich arbeiten. Das haben wir durch hochautomatisierte Prozesse innerhalb der gesamten Produktion realisiert“, berichtet Jonas Abrahamsson. „Unser Ziel ist, Teile so zu gießen, dass eine anschließende Bearbeitung nicht erforderlich ist. MĂŒssen WerkstĂŒcke dennoch entgratet werden, haben wir diesen Fertigungsschritt bisher bevorzugt in vollautomatischen Strahlzellen durchgefĂŒhrt. Dies lag auch daran, dass unsere alte Gleitschliffanlage nur sehr eingeschrĂ€nkte Bearbeitungsmöglichkeiten bot und viele manuelle Eingriffe nötig waren“, erklĂ€rt Jonas Abrahamsson. Flexible Bearbeitungsmöglichkeiten, ein automatisierter Prozess von der Eingabe der Teile bis zu deren Ausgabe nach der Trocknung und eine hohe KapazitĂ€t waren daher die Anforderungen, als man sich entschied in ein neues Gleitschliffsystem zu investieren. Dass sich Gjuteriteknik fĂŒr eine Gesamtlösung, bestehend aus einer Zweichargen-Anlage R 420 2-CH, einem Bandtrockner und einer Zentrifuge fĂŒr die Prozesswasseraufbereitung von Rösler entschied, lag einerseits an den guten Erfahrungen des Unternehmens mit der vorhandenen Gleitschlifftechnik und den Strahlanlagen des Herstellers. Andererseits wurden die vorgegebenen Bearbeitungszeiten vollumfĂ€nglich eingehalten.

Effiziente, parallele Bearbeitung in Nass- und Trockenprozessen
Der Rundvibrator, der fĂŒr die parallele Bearbeitung von zwei Chargen ausgelegten Anlage, bietet ein Gesamtvolumen von 420 Litern und ermöglicht, dass sowohl Nass- als auch Trockenprozesse durchgefĂŒhrt werden können. „Wir hatten bereits ein Projekt, bei dem wir die Teile trocken gleitgeschliffen haben und wussten, dass die StĂŒckzahlen deutlich steigen werden. Es ist daher wichtig, dass wir diese Teile ebenfalls bis zur Ausgabe automatisiert bearbeiten können, was bisher nicht möglich war. Diese ProzessflexibilitĂ€t war uns daher sehr wichtig“, ergĂ€nzt der GeschĂ€ftsfĂŒhrer.
FĂŒr den Gleitschliffprozess werden die Teile in einem kundenseitigen Palettensystem in die Hebevorrichtung der Anlage eingestellt und auf einen Rohteilpuffer ausgegeben. Nachdem der Mitarbeiter ĂŒber die Steuerung eingegeben hat, welche Teile beladen wurden, startet das teilespezifische Bearbeitungsprogramm automatisch. WĂ€hrend der Rohteilpuffer die Zinkdruckgussteile durch Vibration in den Rundvibrator transportiert, fĂ€hrt die Hebeeinrichtung in ihre Ausgangsposition. Sie kann dann bereits neu beladen und das Programm ausgewĂ€hlt werden.
Nach der festgelegten Bearbeitungszeit entlĂ€dt der ArbeitsbehĂ€lter das Schleifkörper-Teile-Gemisch durch eine Bodenklappe auf einen Puffer mit stufenloser Vibrationsanpassung. Sobald die Bodenklappe wieder geschlossen ist, wird der Rundvibrator ĂŒber eine Beschickungseinrichtung wieder mit Schleifkörpern befĂŒllt und mit der nĂ€chsten Charge Teile beladen. Gleichzeitig befördert der Puffer die bearbeiteten WerkstĂŒcke und Schleifkörper feindosiert auf die Separierstation. Bei der Trennung sorgt eine Unterkornaussiebung dafĂŒr, dass zu kleine Schleifkörper entfernt werden, was zu einer hohen Prozesssicherheit beitrĂ€gt. Die Nachdosierung der Schleifkörper erfolgt zeitgesteuert manuell. Bei der Separierstation wurde ein separater Sicherheitsbereich realisiert, der betreten werden kann, wĂ€hrend der Rundvibrator arbeitet. Dies ermöglicht, AuffangbehĂ€lter fĂŒr trocken bearbeitete Teile zu platzieren, die ĂŒber eine bewegliche Querförderrinne ausgeschleust werden. FĂŒr WerkstĂŒcke, die einen Nassprozess durchlaufen haben, geht es weiter in den zwei Meter langen Bandtrockner R 2000 BT.

Wasseraufbereitung mit Zentrifuge
WĂ€hrend der Nassbearbeitung sorgt ein hoher Wasser-Compound-Durchfluss fĂŒr permanenten Austrag von Partikeln. Das Gemisch wird dafĂŒr von oben in den Rundvibrator gegeben und ĂŒber Bodenabflusssiebe zur Aufbereitung in die halbautomatische Zentrifuge Z 800 geleitet. Nach der Abscheidung der Feststoffe, wofĂŒr Flockungsmittel bedarfsgerecht automatisch zudosiert wird, gelangt es in den KlarwasserbehĂ€lter des Aufbereitungssystems. Die Nachdosierung von Compound erfolgt ebenfalls automatisch. Dadurch ist eine konstante Compoundkonzentration und damit ein gleichbleibend gutes Bearbeitungsergebnis sichergestellt.
„Das neue Gleitschliffsystem ermöglicht uns, Prozesse an die Teile anzupassen und Anforderungen unserer Kunden optimal zu erfĂŒllen. Wir sind daher sehr zufrieden und auch fĂŒr zukĂŒnftige Aufgaben gut ausgestattet“, merkt Jonas Abrahamsson abschließend an.