07/2026

Inhalt / Themen

Havarie im Hochregallager:
Hintergründe und weiteres Vorgehen

KVP des Monats Juli: Optimierung der Frequenzumrichter

Familien-Infotag bei Rösler: Erstes Kennenlernen mit den Neuen

News aus Hausen: Rösler-Defi in „Region der Lebensretter“ aufgenommen

Neue Video-Serie: Exzellenz Powered by the Rösler Ecosystem

Schleppfinisher R4/1300 mit Rapid-ISF-Verfahren für Bell Helicopters in Texas

Wir haben neue Kollegen – Herzlich willkommen in der Rösler Group!


Havarie im Hochregallager: Hintergründe und weiteres Vorgehen

Am Osterwochenende sind im Hochregallager bei Rösler rund 300 Liter Salzsäure aus einem IBC-Container ausgetreten. Der Behälter war aufgrund von statischen Vorgaben des Regalherstellers wie alle anderen großen Gebinde im oberen Bereich des Regals gelagert, sodass die austretende Flüssigkeit zahlreiche Paletten, Säcke, Kisten sowie eingelagerte Metallteile, Regalanlagen, Böden, Wände und wohl auch Teile der Decke beschädigen konnte. Das genaue Ausmaß der Schäden ist teilweise immer noch nicht ganz erfasst. Inzwischen ist aber die Ursache des Vorfalls eindeutig geklärt: Am Auslaufstutzen des Containers war eine Metallschraube angebracht, die mit der Salzsäure in Kontakt war. Durch die chemische Reaktion wurde die Schraube über einen längeren Zeitraum hinweg zersetzt, bis schließlich Säure austreten konnte.

Der Schaden entstand somit durch einen Fehler seitens des IBC-Lieferanten, der für das Unternehmen weder vorhersehbar noch vermeidbar war.

Mittlerweile ist klar: Der festgestellte Schaden an der Infrastruktur, der technischen Ausstattung des HRL sowie an den eingelagerten Waren einschließlich der Ladungsträger ist umfangreicher als zunächst erkennbar war. Sowohl die lagerlogistischen Einrichtungen – insbesondere Regalbediengeräte, Fördertechnik und Regalanlagen – als auch Teile der Steuerungstechnik müssen mittelfristig komplett erneuert werden. Das gesamte vollautomatisierte Lagersystem ist stark in Mitleidenschaft gezogen und kann jederzeit unvermittelt ausfallen. Aufgrund dieser immer wieder überraschend vorkommenden Ausfällen ist mit Verzögerungen bei der Bereitstellung von Waren aus dem Hochregallager zu rechnen. Betroffen sind insbesondere Verfahrensmittel, Ersatzteile sowie Bauteile zur Produktionsversorgung. Wir bitten daher um Verständnis und Geduld, dass auch künftig Beeinträchtigungen und Terminverschiebungen immer wieder vorkommen können. Das Logistikteam sowie das Gebäudemanagement befinden sich fortlaufend in Bereitschaft, um etwaige Stillstandzeiten auf ein Mindestmaß zu begrenzen.

Wie bereits ausgeführt, ist eine umfassende Instandsetzung erforderlich. Derzeit befinden wir uns hierzu in Abstimmung mit Sachverständigen, potenziellen Dienstleistern und Lieferanten, um unter wirtschaftlichen sowie betriebssichernden Gesichtspunkten eine sachgerechte Entscheidung für Rösler zu treffen. Unabhängig von der finalen Lösung ist voraussichtlich für die kommenden 18 bis 24 Monate mit einer eingeschränkten Verfügbarkeit zu rechnen. Wir bitten Sie daher, sich bei Ausfällen gegenseitig zu unterstützen und zu informieren. Dadurch können Missverständnisse sowie Unzufriedenheit auf allen Seiten vermieden werden. Wir setzen alles daran, die Auswirkungen auf die betrieblichen Abläufe so weit wie möglich zu begrenzen.

KVP des Monats Juli: Optimierung der Frequenzumrichter

  • Das Thema

    Mit dem KVP des Monats Juli wird bei Rösler kein akutes Problem gelöst. Vielmehr geht es darum, eine über Jahre hinweg bestehende Überdimensionierung zu beseitigen und damit einen unnötigen Kostenfaktor zu reduzieren.

    Im Fokus stehen die Frequenzumrichter an Rundvibratoren. Diese wurden bei Rösler standardmäßig stets eine Leistungsstufe größer ausgelegt als eigentlich erforderlich. So wurde beispielsweise bei einem 3,0 kW-Motor bisher ein Frequenzumrichter für 4,0 kW verbaut. Warum diese Vorgehensweise ursprünglich eingeführt wurde, lässt sich heute nicht mehr eindeutig nachvollziehen. Möglicherweise bestanden damals Bedenken hinsichtlich der Leistungsreserven älterer Umrichtergenerationen oder die Parametrierung war noch nicht ausreichend optimiert.

  • Die Idee

    Elektrokonstrukteur Michael Kraus begegnete dieser Praxis regelmäßig in seinem Arbeitsalltag. Irgendwann stellte er sich die Frage, ob hier nicht ein erhebliches Einsparpotenzial für Rösler verborgen liegt.

    Aus diesem Gedanken heraus reichte er einen KVP-Antrag ein. Sein Vorschlag: Prüfen, ob die bisherige Überdimensionierung tatsächlich noch notwendig ist. Nach ersten erfolgreichen Vortests sollten die kleineren, leistungsgerecht ausgelegten Frequenzumrichter auch unter realen Betriebsbedingungen getestet werden. Geplant waren Versuche unter Volllast mit Werkstücken und Schleifkörpern sowie eine detaillierte Erfassung und Auswertung der Betriebs- und Verbrauchsdaten.

  • Die Umsetzung

    Michael Kraus führte die Untersuchungen weitgehend eigenständig durch. Dazu wurden die jeweils kleineren Frequenzumrichter in die Schaltschränke eingebaut und die relevanten Betriebsdaten in Zusammenarbeit mit einem Techniker aufgezeichnet.

    Anschließend erfolgten Langzeittests unter Volllast an zwei Rundvibratoren zum Vorrollieren in Hausen. Bei den erforderlichen Umbauten unterstützten zwei Betriebselektriker das Projekt. Die Ergebnisse waren durchweg positiv: Die kleineren Frequenzumrichter arbeiteten auch unter realen Produktionsbedingungen zuverlässig und ohne Einschränkungen.

    Damit konnte nachgewiesen werden, dass die bisherige Überdimensionierung, die möglicherweise früher aus technischen Gründen erforderlich war, heute nicht mehr notwendig ist.

  • Nutzen / Fazit

    „Ich glaube, jeder von uns kennt die Sprüche: ‚Das haben wir noch nie so gemacht‘ oder ‚Das haben wir schon immer so gemacht‘. Aber zu hinterfragen, warum wir etwas schon immer so machen, genau darauf kommt es an“, beschreibt Michael Kraus seine Motivation für den Verbesserungsvorschlag.

    Durch die Anpassung der Frequenzumrichter an die tatsächlich benötigte Motorleistung spart Rösler künftig einen mittleren vierstelligen Betrag pro Jahr ein.

Vielen Dank an Michael Kraus für diesen KVP des Monats!

Familien-Infotag bei Rösler: Erstes Kennenlernen mit den Neuen

Schön, dass Ihr da wart! Am ersten Freitag im Juli durften wir unsere zukünftigen Auszubildenden und dual Studierenden in Untermerzbach begrüßen und ihnen gemeinsam mit ihren Familien einen ersten Einblick in ihre künftige Wirkungsstätte geben.

Unser Familien-Informationstag hat bei Rösler inzwischen Tradition. Schließlich möchten auch Eltern erfahren, wie es hinter den Kulissen aussieht und in welchem Umfeld ihre Kinder ihre Ausbildung oder ihr Studium starten werden.

Vor Ort stellten unsere Ausbilderinnen und Ausbilder sowie Azubis aus den höheren Ausbildungsjahren ihre Arbeitsbereiche vor, beantworteten Fragen und gaben spannende Einblicke in den Ausbildungsalltag bei Rösler.

Uns hat es großen Spaß gemacht, Euch kennenzulernen. Wir freuen uns schon heute darauf, Euch im September offiziell bei uns willkommen zu heißen und gemeinsam in das neue Ausbildungsjahr zu starten!

News aus Hausen:
Rösler-Defi in „Region der Lebensretter“ aufgenommen

Gelebte Verantwortung am Standort Hausen: Dort wurde vor Kurzem ein Defibrillator, der bislang im Notfall ausschließlich für unsere Mitarbeiter verfügbar war, so versetzt, dass er nun auch für die Allgemeinheit und jeden Notfallretter frei zugänglich ist. Der Standort des Defibrillators befindet sich vor der Keramikfertigung im Eingangsbereich Brennbetrieb.

Damit setzen wir ein Zeichen für ein solidarisches Miteinander.

Den Anstoß für die Versetzung des Defis gab die Stadt Bad Staffelstein, die darum bemüht ist, im ganzen Stadtgebiet ein ausreichendes Versorgungsnetz mit rund um die Uhr verfügbaren Geräten aufzubauen und dafür auch bereits bestehende Geräte nutzt.

Der neue Standort des Defibrillators wurde bereits in die App „Region der Lebensretter“ integriert. Hierbei handelt es sich um ein durch die Integrierte Leitstelle Coburg unterstütztes System, über welches qualifizierte Ersthelfer alarmiert werden, wenn sich in ihrer unmittelbaren Nähe ein Herzstillstand ereignet. Auch die Standorte der Defibrillatoren sind in dieser App aufgeführt.

Im Ernstfall können Maßnahmen wie diese durch die Möglichkeit eines schnelleren Eingreifens Leben retten. Wir freuen uns, dazu einen kleinen Beitrag leisten zu können.

Neue Video-Serie: Exzellenz Powered by the Rösler Ecosystem

Schleppfinisher R4/1300 mit Rapid-ISF-Verfahren für Bell Helicopters in Texas

Der US-Konzern Bell Helicopters – mit der charakteristischen Libelle im Firmenlogo – gehört zu den weltweit größten und umsatzstärksten Luft-, Raumfahrt- und Verteidigungsunternehmen. Hubschrauber von Bell genießen weltweit nahezu Ikonenstatus.

Für die Produktion dieser Hubschrauber setzt Bell auch Gleitschlifftechnik von Rösler ein: Ein Schleppfinisher der Serie R4/1300 wurde vor Kurzem von unserer Produktion in Untermerzbach aus auf die Reise geschickt. Darin werden bis zu vier Zahnräder gleichzeitig auf Hochglanz poliert, deren Gewicht bei bis zu 27 Kilogramm pro Stück liegt.

Bei der Anlage handelt es sich um einen vergleichsweise großen Schleppfinisher. Ganz besonders ist jedoch das Verfahren, das in der Anlage eingesetzt wird: Es handelt sich um eine spezielle Version des chemisch beschleunigten Gleitschleifens, bei der die Säure zusätzlich erwärmt wird, um die Bearbeitungsdauer weiter zu verkürzen. Dieses Verfahren nennt sich Rapid Isotropic Super Finishing – eine extrem schnelle Version des ohnehin schon sehr leistungsstarken Schleppschleifens. In nur rund sechs Minuten erhalten die Zahnräder ihren Spiegelglanz im prozessspezifischen Black Mode. Das Rapid-ISF-Verfahren wird in Kombination mit dem Schleppfinisher weltweit erst von einem weiteren Kunden angewandt. Bei Bell Helicopters ist es bereits die zweite Anlage, die nach diesem Prozedere arbeitet. Die Anlage wurde dafür mit einem 500 Liter großen Säuretank und drei Durchlauferhitzern ausgestattet.

 

Johannes Schorr, der zuständige Projektmanager, erklärt: „Bei einem solchen Kunden gelten natürlich allerhöchste Geheimhaltungsstufen. Die Testbearbeitung zum Beispiel mussten wir mit Dummy-Teilen durchführen, konkret mit Edelstahlstäben. Auch die Endabnahme wurde ohne Teile und ohne die spezifischen Werkstückaufnahmen durchgeführt. Statt mit Säure war der Tank mit Wasser gefüllt.“

Trotz dieser erschwerten Bedingungen war die Endabnahme mit dem Zwischenhändler REM ein großer Erfolg. Unter anderem, weil sie mit dem Programm durchgeführt werden konnte, mit dem Bell aktuell auch die baugleiche Anlage betreibt, die bereits seit rund zwei Jahren im Einsatz ist. Aber auch, weil die Kolleginnen und Kollegen in der Produktion den Termin einfach erstklassig vorbereitet hatten, freut sich Katja Weis, die den Kunden von Vertriebsseite aus betreut hat.

Vielen Dank an alle, die an dem Projekt beteiligt waren.

Darauf können wir stolz sein!

Herzlich willkommen in der Rösler Group!

Engers, Heiko
Mitarbeiter Produktion Schleifkörper
Bad Staffelstein - Hausen

Grundig, Lukas
Technik Service
Untermerzbach - Memmelsdorf

Vasylchenko, Pavlo
Schweißen Groß
Untermerzbach - Memmelsdorf