Muldenband-Chargenstrahlanlage fĂŒr die Beschichtungsvorbehandlung Federn

- ZurĂŒck zur Übersicht

Federn beschichtungsreif sauber strahlen
Strahlen ist eine der gĂ€ngigsten Vorbehandlungsmethoden, um die OberflĂ€chen technischer Federn fĂŒr eine Beschichtung vorzubereiten. In einer neu aufgebauten Produktionslinie fĂŒr Druckfedern wird dieser Fertigungsschritt in einer Muldenband-Chargenstrahlanlage von Rösler durchgefĂŒhrt. Die kundenspezifisch ausgestattete RMBC 4.2-HD sorgt in kurzen Taktzeiten fĂŒr beschichtungsreif saubere OberflĂ€chen, wobei eingetragenes Öl gebunden und ĂŒber die Aufbereitung wieder vom Strahlmittel getrennt wird.

Die im schweizerischen Ermenswil ansĂ€ssige Baumann Springs Ltd. zĂ€hlt zu den weltweit fĂŒhrenden Herstellern von Federn und Stanzteilen. Das 1886 gegrĂŒndete und heute in der fĂŒnften Generation gefĂŒhrte Familienunternehmen hat sich auf die Entwicklung und Fertigung von kundenspezifischen Lösungen mit engen Toleranzen sowie hohen Anforderungen an die ProzessstabilitĂ€t fĂŒr die Automobilindustrie, den allgemeinen Markt und die Medizintechnik spezialisiert. Die Produktion erfolgt in insgesamt elf Werken in Europa, Asien und Nordamerika.

Strahllösung fĂŒr neue Produktionslinie
Dazu zĂ€hlt die Niederlassung im tschechischen Karvina – Stare Mesto, in der 2021 eine neue Fertigungslinie fĂŒr lange Druckfedern aus dem Federstahl EN 10270-2 in unterschiedlichen AusfĂŒhrungen aufgebaut wurde. Um die Federn vor der Beschichtung zu reinigen und die OberflĂ€chen aufzurauen, investierte das Unternehmen in die Muldenband-Chargenstrahlanlage RMBC 4.2-HD von Rösler. „Wir haben ĂŒber diese Aufgabenstellung mit mehreren Herstellern gesprochen und uns von dreien entsprechende Anlagen anbieten lassen“, berichtet Claudio Hertig, Project Manager Global Operations bei Baumann Springs. “FĂŒr die Lösung von Rösler sprachen Konzept und Funktionsweise der Anlage. Entscheidend war auch die solide und stabile Bauweise. Um mir davon ein Bild zu machen, habe ich alle drei Hersteller besucht und die Anlagen verglichen. Nicht zuletzt haben auch die guten Erfahrungen mit bereits bei uns vorhandenen Anlagen von Rösler und die globale PrĂ€senz des Unternehmens eine Rolle gespielt.“

Ausgestattet fĂŒr schnelle Prozesse und saubere Ergebnisse
Die mit einer Sonderlackierung versehene und kundenspezifisch ausgestattete RMBC 4.2-HD ermöglicht das Strahlen der trommelfĂ€higen Druckfedern als Charge mit einem Gewicht von bis zu 1.000 kg. Dabei sorgen zwei Turbinen Gamma 300G mit einer Antriebsleistung von jeweils 11 kW fĂŒr eine hohe StrahlintensitĂ€t. Die von Rösler entwickelten Hochleistungsturbinen sind mit Wurfschaufeln im Y-Design ausgestattet. Durch die spezielle Form mit berechnetem KrĂŒmmungswinkel wird im Vergleich zu herkömmlichen Turbinen bei geringerem Energieverbrauch eine sehr hohe Abwurfgeschwindigkeit erzielt, aus der eine bis zu 20 Prozent höhere Strahlleistung und dadurch entsprechend kĂŒrzere Strahlzeiten resultieren. DarĂŒber hinaus ermöglicht das Wurfschaufel-Design, sie von beiden Seiten zu nutzen. Es wird dadurch eine mindestens doppelte Standzeit erreicht. Der Wechsel kann mittels Schnellwechselsystem einfach und bei eingebauter Turbine erfolgen. Einen Beitrag zur intensiven und schnellen Bearbeitung leisten auch die integrierten Strahlmittelabweiser. Diese speziellen DruckluftdĂŒsen versetzen das Strahlmittel zusĂ€tzlich in Bewegung. Über eine automatische Strahlmittelzuflussregelung kann die Strahlmittelmenge teilespezifisch eingestellt und ĂŒberwacht werden. Die Strahlmittelnachdosierung erfolgt ebenfalls automatisch. Über ein zusĂ€tzliches automatisches Dosiersystem kann unabhĂ€ngig vom Strahlmittel ein pulverförmiges Reinigungsmedium zur Bindung von an den Teilen anhaftendem Öl in den Strahlraum zudosiert werden. Über die Windsichtung der Strahlmittelaufbereitung wird das Pulver wieder vom Strahlmittel getrennt. Da geplant war, die bei der Beschichtung der Federn eingesetzten WerkstĂŒcktrĂ€ger auch in der Strahlanlage zu entschichten, ist der Trockenfilter explosionsgeschĂŒtzt ausgefĂŒhrt.

Lange Standzeit durch optimalen Verschleißschutz
Um Betriebsunterbrechungen durch verschleißbedingten Maschinenstillstand zu minimieren, ist der Innenraum der Strahlkammer mit 6 mm starken, widerstandsfĂ€higen Manganstahlplatten ausgekleidet, die einfach auswechselbar sind. Links und rechts neben dem Auswurf der Turbinen befinden sich zusĂ€tzliche Verschleißschutzplatten. Sie begrenzen die Streubreite des Strahlmittelstrahls und verhindern dadurch, dass das GehĂ€use in diesem Bereich durch Strahlmittel angegriffen wird. DarĂŒber hinaus verbessert eine PU-Beschichtung der ebenfalls aus Manganstahl gefertigten Mittelscheiben den Verschleißschutz im direkten Strahlbereich. Dies trĂ€gt ebenfalls zu einer langen Standzeit bei.
„Die große Erfahrung von Rösler beim Bau solcher Maschinen ist ein Vorteil, der zu hoher Effizienz beitrĂ€gt. Außerdem haben wir durch den globalen Service die Möglichkeit, auch in anderen Werken mit identischen Prozessen und Anlagen zu arbeiten und diese lokal warten zu lassen“, merkt Claudio Hertig an.